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Klonen

Anders als in vielen anderen Ländern bestehen bei uns in Deutschland gegen das Klonen von Tieren erhebliche ethische Bedenken. Die Gegner der Gentechnologie haben tatsächlich durchaus gute Argumente. Zumeist beruhen sie auf der Angst, daß eines Tages auch Menschen geklont werden könnten und sich auf diese Weise jeder sein "Wunschkind" künstlich "erschaffen" lassen könnte. Diese Bedenken kann jeder nachvollziehen, der sich in den Medien über das Thema informiert. Es widerspricht unserer christlich geprägten Ethik, derart massiv in das Leben einzugreifen.

Dennoch ist das Klonen von Tieren - vor allem zu medizinischen Zwecken - ein brandaktuelles Thema und wird es auch bleiben. Viele Wissenschaftler wandern von deutschen Universitäten zu anderen im Ausland ab, weil sie nur dort ihren gentechnischen Forschungen nachgehen können. Der Wissenschafts-Standort Deutschland nimmt so erheblichen Schaden und droht, den Anschluß an internationale Standards zu verlieren.

Auch die Befürworter des "Klonens" haben gute Argumente. Sie sagen zum Beispiel, daß viele lebensbedrohliche Krankheiten geheilt oder vermieden werden könnten, wenn der Gentechnologie nicht so viele Steine in den Weg gelegt würden. Die Gentechnologie besteht ja nicht nur aus "Klonen". Wie wäre Ihre Meinung zu diesem Thema, wenn z.B. Sie selbst oder Ihr eigenes Kind von einer lebensbedrohlichen Krankheit betroffen wären - und Sie wüßten, daß Gentechnologie Sie oder Ihr Kind retten könnte?

"Klonen" ist ein sehr ernsthaftes Thema. Und es ist sehr schwer, sich darüber eine eigene Meinung zu bilden. Auf jeden Fall ist das Klonen eines Haustieres, um eines Tages im Falle seines Ablebens ein "Double" von ihm zu haben, allenfalls ein Nebenaspekt der gentechnologischen Möglichkeiten. Ob man Gentechnologie unterstützt oder ablehnt, kann mit diesem Thema keinesfalls etwas zu tun haben. Dennoch kommen wir an einem Punkt nicht vorbei: Es ist heute durchaus möglich, das eigene Haustier klonen zu lassen, um nach seinem Tod ein anderes Tier willkommen zu heißen, das möglichst viele Eigenschaften des verstorbenen Tieres bzw. ähnliche oder sogar gleiche gentechnische Voraussetzungen mitbringt. Ein eigenes Individuum, ganz sicher mit eigenen Umwelteinflüssen. Aber doch so etwas wie ein "Zwilling". Das ist Fakt. Ob Sie das nun gut finden oder nicht.

Im Ausland ist das Klonen eines Haustieres - z.B. einer Katze - seit längerem möglich. Lediglich das Klonen eines Hundes ist derzeit noch derart schwierig, daß diese Möglichkeit zur Zeit gänzlich außer Betracht gelassen werden kann. Dieses dürfte sich jedoch bereits im Jahre 2006 ändern. Laienhaft zusammengefaßt könnte man zwei wesentliche Gründe für die Probleme beim Klonen eines Hundes nennen: 1.) Eine Hündin hat pro Jahr nur zwei Eisprünge, die sich weder vorhersagen noch mit Hormonen hervorrufen lassen. 2.) Die Eizellen, die den Eierstock verlassen, sind unreif. Man kann sie nicht mit einer Saugnadel entnehmen, sondern man muß sie aufwendig ausspülen (s.a. "DER SPIEGEL" 32/2005, S. 119). Aus diesen Gründen kann man Hunde derzeit noch nicht klonen, und wenn, dann würde das Millionen Dollar kosten.

Was passiert:
Erheblich einfacher ist es, z.B. eine Katze zu klonen. Was geschieht da? Um ein Tier klonen zu lassen, werden ihm entweder zu Lebzeiten vom Tierarzt einige Zellen entnommen, die dann eingefroren und erst bei Bedarf aufgetaut werden. Oder die Zellen werden dem Tier unmittelbar nach seinem Tode entnommen. Die Zellen werden - laienhaft ausgedrückt - in die zuvor entkernte Eizelle eines "Leihmutter-Tieres" eingepflanzt und von diesem Tier ausgetragen. Da sich die Labors in Kalifornien bzw. Korea befinden, dürfte für europäische Tierbesitzer die Möglichkeit, bis zum Tode des Tieres zu warten, zu aufwendig sein. In Frage käme also die erstgenannte Möglichkeit: Von dem lebenden Tier werden Zellen entnommen und eingefroren. Diese Möglichkeit gilt selbstverständlich auch für Hunde: Es ist möglich, bereits jetzt das notwendige genetische Material zu entnehmen und zu lagern, bis die Gentechnik soweit ist, daß auch das Klonen eines Hundes möglich ist. Dies soll, wie bereits erwähnt, bereits im Jahre 2006 der Fall sein.

Was es kostet:
Nach Presseberichten haben sich bereits mehrere deutsche Tierbesitzer für die Alternative entschieden, eines Tages nach dem Ableben ihres Haustieres ein neues zu besitzen, das die selben genetischen Voraussetzungen wie das verstorbene besitzt.
Die Entnahme des notwendigen Gen-Materials kostet bei deutschen Tierärzten ca. 1000 Euro. Die Lagerung des Genmaterials kostet zur Zeit pro Jahr ca. 250 Dollar, eine Art "Mietgebühr" für das Kühlfach. Die Lagerzeit ist unbegrenzt. Das eigentliche Klonen z.B. einer Hauskatze und das Austragen durch ein "Leihmuttertier" kostet letztendlich nicht unter 42 000 Dollar, wobei die bereits gezahlten Jahresgebühren während der "Tiefkühlphase" angerechnet werden.

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